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www.FreeMario.de
Kampagne für die Freilassung Mário Bangos

Bericht über ein Treffen mit Mario im Gefängnis


GenossInnen,

ich wollte euch nur einen kurzen Bericht über Mário und den Prozess geben.

Ich habe ihn am Dienstag, den 10. August, im Gefängnis besucht, zusammen mit seinem Bruder Edo, seiner Mutter, einer Freundin von der KP und Michi aus Österreich. Es gab eine Verzögerung, als wir reingehen wollten, aber sie haben uns dann etwas mehr Zeit gelassen. Der Besuch dauerte etwa 30 Minuten. Alle Gefangene haben eine kleine Kabine mit Plexiglas zwischen ihnen und den BesucherInnn, damit man sie nicht anfassen kann. Man muss durch ein Telefon sprechen und die Verbindung ist sehr schlecht. Daher ist es schwer, sich gegenseitig zu verstehen - das heißt, jeder muss brüllen und alles wird schwierig.

Mário sieht etwas dünner und älter aus als auf dem Foto, das wir alle kennen. Als er am Anfang den Raum betrat, konnte man sehen, dass seine Moral sehr tief war. Er hatte gerade erfahren, dass sein Vater vor einigen Wochen verstorben ist. Obwohl sie sich nicht sehr nahe standen, war das ein ziemlicher Schock für ihn.

Als das Treffen losging, hat sich seine Laune schnell verbessert. Ich habe ihm die Solidaritätsbotschaft vom REVOCAMP 2004 überbracht und erzählte ihm von unserer Unterstützungskampagne. Außerdem berichtete ich über einige der Dinge, die wir besprochen haben, wie das Europäische Sozialforum und unsere Kampagnen gegen Rassismus und Faschismus und für seine Freilassung. Er war sehr beeindruckt, dass Meistra aus Indonesien auf dem Camp war und wollte wissen, was in Indonesien los ist.

Er hat viel mit seinem Zwillingsbruder und der Freundin von der KP geredet. Sie arbeitet im Medienbereich und macht Pressearbeit für einige mittlere Funktionären in verschiedenen Ministerien. Sie wird uns dabei helfen, eine Pressekonferenz am Dienstag zu organisieren, um den Fall bekannter zu machen. Ich werde wahrscheinlich über unsere Solidaritätsarbeit, aber auch über den Rassismus gegen die Roma in England sprechen.

Dieser Prozess ist vor dem Obersten Gerichtshof, eine Berufung gegen das letzte Urteil. Ich habe noch nicht mit seinem Anwalt geredet, aber andere AktivistInnen hier haben mir erzählt, es sei unwahrscheinlich, dass das Urteil aufgehoben wird.

Es ist wichtig, dass wir Mario soviel Unterstützung geben wie möglich. Bitte schreibt an ihn, denn er liebt es, Briefe zu bekommen und es hilft ihm sehr zu wissen, dass es Leute auf der ganzen Welt gibt, die für seine Sache kämpfen.

solidarische Grüße,
JOY
(REVOLUTION London - z.Zt. in Bratislava)

"one solution - revolution" war das Letzte, was er zu mir gesagt hat.